Die STIMME - 1997 - Herbst/ Winter



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Studienreise ins heilige Land

Auf den Spuren Jesu

Auf einer "Pilgerreise" auf den Spuren Jesu, entdeckte die Reisegruppe aus den Kirchengemeinden St. Goar und Boppard, die vom 13.09.97 bis 27.09.97 Israel und den Sinai bereiste das heilige Land. Es war für alle eine sehr eindrucksvolle, erlebnisreiche und unvergessliche Reise, trotz den vorherigen Bedenken hinsichtlich der ungewissen, angespannten politischen Lage des Landes. Die Reisegruppe aus St. Goar bedankt sich vor allem auch bei Herrn Pfarrer Brenner, da er den Wunsch der Gemeindemitglieder aus St. Goar aufgegriffen hat, einmal das Heilige Land zu besuchen. Er vermittelte uns vorher bei mehreren Zusammenkünften anschaulich die biblische Geschichte Israels. Wir waren hierdurch auf die Reise sehr gut vorbereitet.

Ganz herzlich bedankt sich die Reisegruppe auch bei Herrn Pfarrer Krause für seinen unermüdlichen Einsatz während der 14 Tage. Er hat uns, zusammen mit unserem hochqualifizierten, israelischen Guide fachkundig und kompetent durch das Land der Bibel geführt. Beide sorgten dafür, dass wir viel mehr Informationen erhielten, als allgemein üblich, auch Witz und Humor kamen nicht zu kurz. Hierzu hat auch die "Medizinflasche zur inneren Desinfektion" beigetragen, die nie leer wurde. Mit interessanten Erlebnissen und großartigen Eindrücken kehrten wir heim und freuen uns nun auf ein Wiedersehen bei Dias und Bildern. Ein ausführlicher Reisebericht folgt in der nächsten Ausgabe.

Mitglieder der Kirchengemeinde St. Goar im Heiligen Land - Im Auftrag der Gruppe Ute Karbach



Das Heilige Land" auf den Spuren Jesu entdeckt

Trotz vorheriger Bedenken hinsichtlich der Ungewissen, politischen Lage des Landes flogen wir, die Reisegruppe aus den Kirchengemeinden Boppard und St. Goar, am 13.09.97 nach Israel. Nach umfangreichen Sicherheitskontrollen starteten wir pünktlich zum vierstündigen Flug von Frankfürt nach Tel Aviv mit der israelischen Fluggesellschaft Arkia. Es war schon dunkel, als uns dort unser israelischer Guide namens Israel begrüßte und zum Hotel begleitete.

Am nächsten Tag erwartete uns ein volles Programm: von Caesarea am Meer, der Stadt König Herodes", ging es nach Muraquha, der Stätte Elias, im Karmelgebirge. Mittags besuchten wir das Drusendorf Isfia, um dort typische Spezialitäten aus heimischer Küche zu genießen. Serviert wurden sie uns im "Wohnzimmer" einer Drusenfamilie. Es gab unter anderem gewürztes Fladenbrot, das zuvor frisch zubereitet wurde. Danach ging die Fahrt munter weiter nach Haifa, der modernsten grünsten und schönsten Stadt Israels. Zum Abschluss des Tages erreichten wir Nazareth, wo Jesus aufwuchs. Hier, in dem von bewaldeten Hügeln, Obstkulturen und Weinanbaugebieten umgebenen Ort, verbrachte er seine Jugend, entwickelte seine religiösen Vorstellungen und begann zu predigen. Nach diesem ereignisreichen Tag bezogen wir das Ramot Ressort Hotel, hoch über dem See Genezareth gelegen. Von dort starteten wir zu folgenden Besichtigungstouren:

Berg Tabor - in Obergaliläa mit der Verklärungsbasilika, zu der wir nach kurvenreicher Taxifahrt gelangten. / Meggido - alte Festung an der Via Maris. / Akko - Geschichtsträchtige Hafenstadt mit mittelalterlichem und türkischem Viertel. / Berg der Seligpreisung - herrlicher Panoramablick über den See Genezareth, wo Jesus die berühmte Bergpredigt verkündete. / Korazim - dort vollbrachte Jesus seine größten Wunder. / Kapernaum - die wichtigste Stadt Jesu, wo er öffentlich predigte. Hier traf er auch seine ersten Jünger. Das Haus von Petrus, sowie eine Synagoge und die Reste eines Dorfes sind noch zu besichtigen. / Tabgha - Brotvermehrungskirche mit einem sehenswerten Mosaikfußboden, hier speiste Jesus die fünftausend. / Bootsfahrt auf dem See Genezareth mit Bibellesung und Predigt von Pfarrer Krause / Zefat - Synagogenbesichtigung und Stöbern in der Künstlerkolonie. / Fahrt über die Golanhöhen - früher Syrisches, heute israelisch besetztes Gebiet. / Wanderung im Quellwald von Tel Dan - dort entspringt eine der drei Jordanquellen. / Eine Taufe im Jordan war ebenso interessant wie die biblischen Orte: Bet Shean, Bet Aifa und Tiberias.

Trotz dieser zahlreichen Unternehmungen blieb immer noch genug Zeit für eine Abkühlung, sei es im Schwimmbad des Hotels oder im wunderschön gelegenen Naturpark von Sachtna, einem Jordanstausee, wo das Baden ganz besonderen Spaß bereitete. Sehr unterhaltsam waren auch die warmen Abende, die wir in gemeinsamer Runde auf der Hotelterrasse verbrachten. Am 18.09.97 fuhren wir durch die Westbank, immer die Grenze Jordaniens im Blick, Richtung Jerusalem. In Betlehem bezogen wir, im Paradies Hotel, für vier Tage Quartier. Hier tauchten dann auch zum ersten Mal diverse Medizinflaschen gegen Verdauungsbeschwerden, morgens beim Frühstück, auf. Eine Flasche ganz anderer Art hatte Pfarrer Krause dabei, sie wurde auf der Reise nie leer und diente der Desinfektion.

Jerusalem, die Heilige Stadt, Berührungspunkt dreier Weltreligionen, erlebten wir in den nächsten Tagen. Durch die engen Gassen der Altstadt führt die Via Dolorosa, der Leidensweg Jesu, auf dem Berg Golgatha, wo heute die Grabeskirche steht. Gekrönt ist die Altstadt vom Tempelberg, auf dem einst der Palast Salomos erstrahlte. Er wurde von den Römern zerstört und von den Kalifen mit zwei Moscheen überbaut: die AI Axa Moschee und der farbenprächtige Felsendom. Die Westseite des Tempelberges ist eine der heiligsten Stätten der Juden, die berühmte Klagemauer. Am Sabbat versammeln sich hier viele Menschen, stecken Zettel mit Gebeten in die Mauerspalten und beten inbrünstig. Eine Kopfbedeckung ist dort Pflicht. Wir erlebten die Klagemauer am Sabbat, es herrschte Fotografierverbot und man wurde strengstens kontrolliert.

Gegenüber der Altstadt erhebt sich der Ölberg mit wunderbarem Blick. Unter den knorrigen Olivenbäumen im Garten Gethsemane hat schon Jesus gebetet und geruht, hier durchwachte er die Nacht, in der er verraten wurde.

Im David Museum wurde uns anschaulich die Geschichte Israels erklärt. Das größte Vergnügen bereitete es wohl jedem, im orientalisch duftenden Basar der Stadt manch guten Preis auszuhandeln. So brachten alle ein persönliches Geschenk von dieser eindrucksvollen Stadt mit nach Hause. Unser Guide zeigte uns aber auch die Neustadt Jerusalems mit dem belebten Gemüsemarkt, Einkaufsstraßen und der Knesset, nach der historischen Altstadt ein fast europäischer Anblick. Ein Muss in Betlehem ist die Geburtskirche Jesu, die bedeutendste Pilgerstätte im Heiligen Land, die wir natürlich auch besichtigen. Aber unvergessen bleibt uns sicherlich ein Besuch in der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Bet Jala, wo der Pfarrer und die Sozialarbeiterin eindrucksvoll ihre schwere Aufgaben schilderten. Von den Jungen des Internats wurden wir mittags fürsorglich bewirtet und so manchen schloss man spontan ins Herz.

In der Stadt der drei großen Weltreligionen, Judentum, Christentum und Islam, besuchten wir aber auch einen katholischen Gottesdienst und eine Synagoge. Am 22.09.97 nahmen wir Abschied von Jerusalem und fahren durch die Wüste Juda zum Wadi El Kelt, um bei über 30 ° C zum Georgskloster zu wandern, das versteckt wie ein Schwalbennest am Berg klebt. Eine kühle Erfrischung stand dort bereit, bevor wir es besichtigten. Es wird von griechisch-orthodoxen Mönchen geleitet. Einen Steinwurf entfernt nur, die älteste Stadt der Welt, Jericho, ist heute autonom unter Palästinas Selbstverwaltung.

Daran schloss sich ein großartiger, unvergessener Höhepunkt an, das Baden im Toten Meer. Es liegt 392 Meter unter dem Meeresspiegel und ist auch für Nichtschwimmer ungefährlich, denn das salzhaltige Wasser trägt den Körper mühelos, deshalb ist das Baden ein besonderes Erlebnis. Hier durften wir zwei Stunden verbringen. Auch Qumran, wo 1947 spektakuläre Schriftrollen gefunden wurden, und die Festung Massada, Nationalheiligtum der Israelis, besichtigten wir, ehe es in zweistündiger Fahrt durch den Ramonkrater zur Zwischenübemachtung ins Hotel in Mitzpe Ramon ging.

Von dort führen wir am nächsten Tag durch die Wüste Negev zum Naturpark Timna und wanderten zu den imposanten Sandsteinformationen, den Säulen Salomons. Nach drei Stunden erreichten wir Elat am Roten Meer, und hier war ein Besuch des weltberühmten Unterwasserobservatoriums unerlässlich, ein herrliches Erlebnis für alle. Dann hieß es schweren Herzens Abschied nehmen von unserem israelischen Guide und dem ruhigen, sympathischen Busfahrer Peter, die uns noch zur Grenze nach Ägypten begleiteten. Ihnen verdanken wir, dass der Aufenthalt in Israel gefahrlos verlief. Mit Sack und Pack, viel Gelächter und vor allem zu Fuß, wanderten wir im Sinai ein und bezogen das komfortable Hilton Hotel in Taba. Nach diesen eindrucksvollen, erlebnisreichen Tagen kam allen die Erholung am Roten Meer sehr gelegen. Es wurde ausgiebig gefaulenzt, geschwommen, geschnorchelt, die herrliche Unterwasserwelt bewundert und ein paar Mutige wagten sogar einen „Bananenritt" auf dem glasklaren Wasser.

Doch die Besichtigungstour stand noch auf dem Programm: die Fahrt durch die imposante Landschaft des Sinai zum Katharinenkloster unterhalb des Mosesberges gelegen. Es ist berühmt für seine wertvolle Ikonengalerie und die Bibliothek. Hier soll Gott in Gestalt des brennenden Dorfbusches zu Mose gesprochen haben. Auf dem Berg Sinai erhielt er dann die 10 Gebote, bevor er mit seinem Volk weiter nach Kanaan zog. Den anstrengenden Aufstieg auf den Moseberg ersparten wir uns, spazierten nur einen kleinen Teil auf geröllhaltigem Weg bergan, um die schöne Aussicht auf die bizarre Bergwelt zu genießen. Dann führen wir zurück, mit Stop in der Wüste, wo einige ein Kamel bestiegen und zum Fels der Inschrift ritten. Nach diesem ungewohnten Erlebnis ging es weiter nach Nuweiba mit herrlichem Sandstrand.

Alle freuten sich über den letzten erholsamen Badetag am Roten Meer. Bereits nachts um 3:00 Uhr klingelte der Wecker und es hieß Abschied nehmen vom Sinai und von Israel, einem Land das alle zum Nachdenken anregte. Es ist reich an historischen Zeugnissen von der Altsteinzeit bis zum heutigen Tag. Auf engstem Raum haben Menschen seit Jahrtausenden ihre Spuren hinterlassen. Ein Land mit verschiedenen Klimazonen, unterschiedlichen Religionen und einer faszinierenden Kultur. Müde, aber glücklich landeten wir in Frankfurt, wo uns bereits der Bus erwartete und zurück zu den Ausgangsorten brachte. Alle waren sich beim Abschied einig: es war ein großartiges Erlebnis und wird uns immer unvergesslich bleiben. Einen großen Anteil an dieser erfolgreichen Reise hatte Pfarrer Krause aus Boppard, dem an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt sei. - Ute Karbach - für die Gruppe



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