Biebernheimer Kirche

300-jähriges Jubiläum der Wiedererrichtung

20051030 - Am Sonntag vor dem Reformationstag erinnerten die Protestanten in Biebernheim durch einen Festgottesdienst an den Wiederaufbau ihrer Kirche vor 300 Jahren.

Ingo Rabe, Marlies Abele und Heribert Pelz überbrachten die Grüße von Stadt, Ort und der rk. Schwestergemeinde an Pfr. Brenner, Willi Lips erläuterte in seinem Vortrag die geschichtlichen Ereignisse und Hintergründe.

Biebernheim war durch seine schutzlose Lage im Vorfeld der Burg Rheinfels von Kriegsereignissen besonders hart betroffen. So auch, als der französische König Ludwig XIV. in seinem dritten Raubkrieg die Burg Rheinfels erobern wollte, um dann nach Koblenz und Mainz vordringen zu können. Die 28.000 französischen Soldaten wurden jedoch von den Hessen überwältigt. Auf ihrem Rückzug um die Jahreswende 1692/93 brannten sie das ganze Dorf Biebernheim nieder. „Als die Dorfbewohner zurückkehrten, fanden sie nur noch rauchende Trümmer vor“, erläuterte Lips in seinem Vortrag während des Gottesdienstes. 12 Jahre habe es gedauert, bis die Dorfbewohner die Kirche, die ebenfalls vollständig niedergebrannt war, wieder auf den Grundmauern errichteten. Ungefähr im Jahr 1705 konnte sie mit ihrem kunstvollen Schieferdach fertig gestellt werden.

Im Anschluss das gemeinsame Beisammensein in "Sälchen" und Kirche. „Und so können wir heute in Dankbarkeit darauf zurückblicken, dass Menschen bereit waren, sich mit ihrer ganzen Kraft dafür einzusetzen, dass das Wort Gottes Gehör finden kann in einer Welt, die in ihrem Alltag im Chaos zu versinken droht.“, erinnerte Pfarrer Hans-Dieter Brenner an die bemerkenswerte Leistung der damaligen Dorfbewohner.

Der Festgottesdienst wurde mit dem Reformationsfest am 31.10. verbunden, denn schließlich haben beide Feste ein gemeinsames Ziel: „Wachzuhalten, dass das Wort Gottes seinen Raum braucht in unserer Welt“, so Pfarrer Brenner.

Bereichert wurde der Gottesdienst durch den Biebernheimer Chor „Rheinklang“ unter der Leitung von Karl-Heinz Kurek.



:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::