Vorstellung der Konfirmanden

Gottesdienst mit Projektband

Um die Jugendarbeit stärker mit den Konfir­mandengruppen zu verzahnen, sind kleine Pro­jekte geplant. Ich rief bei Pfr. Brenner an und fragte, in welchem Bereich wir diesmal ein Pro­jekt machen sollen: Etwas zum Gruppenbilden, eine thematische Vertiefung, eine Übernach­tung, ein musikalisches Angebot oder etwas im erlebnispädagogischem Bereich? Schnell war das Projekt gefunden, in der Konfirmanden­gruppe der Ortschaften Biebernheim, Werlau, Niederburg, Urbar, Holzfeld und Rheinbay gab es in diesem Jahr sehr viele Jugendliche, die ein Instrument spielten und so planten wir eine Projektband, die den Vorstellungsgottesdienst begleiten soll. Als ich die Idee und mich selber bei dem Konfirmandentag am 20. Januar vor­stellte, fanden sich direkt viele bereit mitzuma­chen und stellten interessierte Fragen. Überra­schend fand ich die doch erstaunliche Grup­pengröße, hier zeigte sich, wie sinnvoll solche Projekte sind, gerade mal ein Drittel der Konfir­manden hatte ich vorher schon mal kennen ge­lernt. Die Lieder und die Extraprobetermine wurden gewählt. Per Email erfolgten dann alle weiteren Absprachen. Zur ersten der insgesamt drei Proben fuhr ich mit diversen Instrumenten und Verstärkern und einem offenen Konzept. Ich wusste, dass es evtl. vier Schlagzeuge, zwei Bässen, drei Keyboards, vier Gitarren, ein Flügelhorn und eine Trompete unter den Instru­mentalisten sein werden, doch nicht wie gut die einzelnen Jugendlichen sind. In der Werlauer Kirche bauten wir dann auf und begannen mit dem Musik machen. Es waren nicht alle ge­kommen und längst nicht alle Instrumentalisten wollten auch selber spielen, stattdessen fand sich ein zahlenmäßig starker Chor zusammen. Anfangs gab es noch sehr viel Scheu den Kirchenraum mit Musik zu füllen, doch auch die Sänger und Sängerinnen trauten sich mit jeder Minute mehr zu. Mit fast ausgelassener Stim­mung und der Ahnung, dass das Projekt zu einem sinnvollem Ende geführt werden kann, ging dieser erste Konfirmandennachmittag zu Ende. Ähnlich verlief auch die zweite Probe im Biebernheimer Gemeindehaus, zu der diesmal fast alle Mitwirkenden kamen. Die Probe be­stand teils aus Wiederholungen aber auch aus neuen Versuchen. Zwischendurch mussten kleine Extraproben mit der einen oder anderen Instrumentalistengruppe gemacht werden. Schön war es, dass sich ab jetzt die Konfirmanden auch untereinander halfen, Mut machten und sich stützen. Wieder galt es schöpferische Kräfte aus den Tiefen der jugendlichen Coolness zu bergen und das Zusammenspiel zu koordinieren. Natürlich wurde auch immer viel gequatscht. Zur Generalprobe in der Stiftskirche hatte die Familie Neber uns dankenswerter Weise ihre Anlage zur Verfügung gestellt. Inzwischen wussten auch viele Konfirmanden was zu tun ist, der Auf- und Abbau bekam eine gewisse Routine. An der Stelle ein Dankeschön an alle Familienmitglieder, die durch Extrafahrten den Transport ermöglichten.

Trotz alle dem war der Klang zuerst enttäu­schend, die Gitarren übersprachen die Stim­men, die sich dünn und hohl in der Kirche verlo­ren. Die Sänger und Sängerinnen mussten noch lauter singen und die Begleitung musste sich teilweise ganz zurück nehmen. Doch so klappte es und auch die Konfirmandengruppe war zuversichtlich. Vor dem Vorstellungsgottes­dienst waren außer mir noch viele andere ner­vös; würden die Einsetze klappen und stimmt das Zusammenspiel?

Nach den Glocken eröffnete Harald Mebus Gottesdienst mit einem Orgelvorspiel der be­sonderen Art, gekonnt ließ er das Thema: „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“ durch ver­schiedene Tonarten wandern, fügte es neu zu­sammen und tat schon viel zur Einstimmung bei. Die Konfirmanden hatten sich einen Gospel als Begrüßungslied gewünscht, wegen der kur­zen Probezeit hatten wir uns auf den Song „Now let us sing“ geeinigt. Tiefe und hohe Stim­men bekamen ihren eigenen Einsatz und auch die Gottestdienstgemeinde stimmt mit in den treibenden Rhythmus ein. Jeder und jede Kon­firmandin hatte eine eigene Textstelle im Got­tesdienst vorbereitet, die am Tag zuvor mit Pfr. Brenner eingeübt wurde. Mir hat das Selbstbe­wusstsein der Truppe gefallen, vieles war akus­tisch sogar gut zu verstehen, allen vorweg Sarah Karbach als fordernder, fröhlicher und den Menschen zugewandter Gott. Die Texte führten durch die Liturgie des Gottesdienstes oder hatten mit der gemeinsamen Konfirman­denzeit, mit Ausflügen und erarbeiteten The­men zu tun. Als Vorspiel zum Lied „Wir haben Gottes Spuren festgestellt, präsentierten Sven Steeg und Marko Mebus eine Einleitung auf ihren Trompeten und Hörnern, die feierlich sich mit dem Hall des Kirchenraums mischten, ein Moment der Andacht und Gänsehaut. Zwischen den beiden Berichten über den Ausflug in die Ahrweiler Synagoge und Römervilla und die Kirch-Wegs-Wanderung, führten Kai Feldheim, Lea Schmitt, Linda Eschenhauer und Lara Seipel ein Musikstück von den Red Hot Chilli Peppers auf. Die Konfirmanden spielten noch den Funksong: „Gross ist unser Gott“ und zum Abschluss des Gottesdienstes den „Irischen Segenswunsch“. Alles klappte erstaunlich gut. Mit der Gitarre wollte ich bei evtl. Einsatzfehlern die Richtung angeben, aber das war gar nicht nötig.

Nach dem Gruppenfoto machten wir einen Rück- und Ausblick. Allen hatte das Bandpro­jekt viel Freude gemacht und eine Fortsetzung kann angegangen werden. Ich fand es sehr schön die Konfirmanden mal näher kennenzu­lernen und freue mich auf weitere Projekte. Schön, dass sich soviel getraut haben zu sin­gen, beeindruckend wie schnell die Instrumen­talisten und Musikerinnen ihre Lieder gelernt haben. Eine beachtliche Leistung. Danke auch Pfr. Brenner der die Arbeit möglich gemacht, in­teressiert begleitet und gut unterstützt hat. - LBH - (20070401)



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