Pfingsten

Mit der Sendung des Heiligen Geistes stellt Gott die "babylonisch"-verwirrte Welt in eine neue Ordnung

Dass wir unsere Welt nicht selber zum Guten wenden können, wissen wir nicht nur aus dogmatischen Lehrsätzen. Bei der Organisation unseres Alltagslebens merken wir immer wieder, dass wir trotz ursprünglich guter Absicht fast zwangsläufig in "babylonische Verwirrungen" geraten. Tröstlich erleben wir aber auch, wie uns Gott selbst die Dinge, die in unserer Welt immer instabil sind, so zum Guten wendet, dass uns schließlich doch sein Heil begegnet.

Dies haben wir auch beim Gottesdienst zum diesjährigen Pfingstfest in Biebernheim erlebt. Es war nichts, wie ursprünglich beabsichtigt. Selbst der Biebernheimer Gospelchor der Evangelischen Kirchengemeinde St. Goar hat einen anderen Namen und agiert mittlerweile unter der Bezeichnung "ChoryFeen".

Das allerdings ist nur eine kleine Formalität am Rande. Eher schmerzlich war, dass ein ökumenischer Gottesdienst - wie ursprünglich beabsichtigt - nicht stattfinden konnte. Auf Grund einer Bistumsentscheidung konnte sich Diakon Willi Esser am Sonntagvormittag nicht an einem ökumenischen Gottesdienst beteiligen, und Pfr. Hans-Dieter Brenner war unfallbedingt nicht einsatzfähig.

Trotzdem hat sich in der Obhut des Geistes Gottes der erste Gottesdienst zum Biebernheimer Sportfest zum Guten gewendet. - "Every time I feel the Spirit", die "ChoryFeen" weckten mit fröhlichem Gesang die Aufmerksamkeit für Verkündigung der Pfingstbotschaft im Festzelt. Am Beispiel der "Bremer Stadtmusikanten" verkündete Prädikant Dr. Volker Enkelmann den Bericht vom Pfingst-Ereignis, wie es uns in der Apostelgeschichte überliefert wird, unterstützt vom Gemeindegesang und weiteren Beiträgen der "ChoryFeen", die ihre Gesänge unbefangen mutig einmal ganz anders präsentiert haben, als man es von klassischen Chorauftritten kennt. Es war insgesamt ein runder und schöner Pfingstgottesdienst.

Natürlich durften im nachbetrachtenden Gemurmel auch die Stimmen derer nicht fehlen, die schon immer alles ganz anders gemacht hätten. Und natürlich ist auch darin nach dem Ende des Gottesdienstes - wie immer - die "babylonische Sprachverwirrung" zurückgekehrt. Die einen sagen so, die andern anders. Mag sein, dass das so sein muss, mag nicht sein, wer weiß das schon? - Ich jedenfalls freue mich mit denen, die sich über den Anklang freuen, den der Gottesdienst auf dem Sportplatz gefunden hat. Ich denke, dass wir gemeinsam mit den Verantwortlichen aus dem Biebernheimer Sportverein auf einem guten Weg sind, ein pfingstliches Fest zu gestalten, und hoffe, dass wir auch im nächsten Jahr einen solch schönen Gottesdienst feiern können. - Pfr. Hans-Dieter Brenner / (Fotos: A. Katter)



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