Gemeindefahrt nach Wien

Ein gelungenes Stück Gemeindearbeit

Unsere diesjährige Gemeindefahrt führte uns in die österreichische Metropole Wien. Vom 30. Juni bis zum 7. Juli 2012 waren wir Gäste des Pallottihauses bei Pater Alfred, der schon 1999 eine Gemeindegruppe der Evangelischen Kirchengemeinde St. Goar empfangen hatte. Neben der gemütlichen, herzlichen Atmosphäre im Haus bot es auch mit der dazugehörigen Kapelle den feierlichen Rahmen für unsere Morgen- und Abendandachten, die von den Teilnehmern als wichtiger Teil des Gruppenerlebens erfahren wurden. Unter der Leitung von Pfarrer Krammes machte sich die Gruppe aus dem ganzen Mittelrheingebiet auf den Weg.

Am Sonntagmorgen hatten wir die Ehre, Gäste der Evangelischen Gemeinde der Kreuzkirche zu sein. Wir wurden im Anschluss an den Abendmahlsgottesdienst zu Kaffee und Kuchen in das kircheneigene Cafe im Garten eingeladen.

Am Nachmittag nahm uns die versierte Stadtführerin Ursula Schwarz unter ihre Fittiche und erklärte uns bei „Wien auf den ersten Blick“ den Stadtaufbau. Wien hat 23 Stadtbezirke, die wie ein „Kipferl“ um das Zentrum in geordneter Zahlenfolge angelegt sind, so dass man sich recht gut orientieren kann. Sie führte uns in die Entstehung der Stadt, ihre historische und kulturelle Bedeutung und die heutige sozialpolitische Lage ein. Das Stadtschloss Belvedere bewunderten wir mit seinen schönen Anlagen, ebenso das Hundertwasserhaus. Außerdem erklärte sie uns, wie wir uns alleine zurechtfinden würden: Karlsplatz, mit der U -Bahn, Linie 4. So fühlten wir uns schnell vertraut und konnten uns in der freien Zeit ins Großstadtgetümmel stürzen.

Nachdem wir am Montag das kaiserliche Wien mit der Hofburg erlebt hatten, verfolgten wir unsere eigenen Interessen: Die Silberkammer, die Schatzkammer, die Räumlichkeiten des Kaiserpaares „Franz und Sissi“ wurden bewundert, einige besuchten die Nationalbibliothek, die Albertina, oder andere Gemäldegalerien. Auch der „Prater“, der Tiergarten und der Zentralfriedhof waren Ausflugsziele, andere suchten das Sigmund- Freud- Museum auf oder das Naturhistorische Museum oder das Kunsthistorische Museum. Viele nutzten die Zeit zum Genuss von österreichischen Spezialitäten und Einkaufstouren. Jeder machte so interessante Erfahrungen.

An den folgenden Tagen hatten wir noch lockende Ziele wie die Wiener Durchgangshäuser mit dem bürgerlichen Leben und dem Stephansdom. Nach der recht anstrengenden Führung (wir hatten „Kaiserwetter“, nämlich Temperaturen von ca. 35 bis 40 Grad) war es umso erstaunlicher, dass alle bei den Besichtigungen dabei waren und keiner schlapp machte. Dann standen die Kaisergruft, der Naschmarkt oder auch das Haus der Musik auf dem Programm. Einige nutzen die freie Zeit, indem sie einfach ins Pallottihaus zurückfuhren und sich ausruhten.

Schön war das Gruppenleben nicht nur durch die gemeinsame Einstimmung in den Andachten, die von Pfarrer Wolfgang Krammes und anderen Teilnehmern gehalten wurden, sondern auch durch das gemeinsame Singen der vertrauten kirchlichen Lieder. Bei abendlichen Besuchen in den nahe gelegenen Biergärten vertieften sich die Beziehungen. Es war spannend und schön, so vielen Menschen näher zu kommen.

Ganz in unserer Nähe befand sich Schloss Schönbrunn, das Sommerschloss, das wir mit den Parkanlagen und einigen ausgesuchten Räumen, die ursprünglich von Kaiserin Maria Theresia und ihrer Großfamilie bewohnt worden waren, besichtigen konnten. Den Schlosspark hatten wir schon vorher privat genutzt und kennen gelernt. Am Nachmittag ging es dann in den südlich liegenden Wiener Wald mit dem Stift Heiligenkreuz, einem Kloster, das auch heute noch sehr lebendig ist und floriert. Wir fuhren weiter in die Kurstadt Baden bei Wien, in welcher Kaiser Franz seinen Sommerurlaub zu verbringen pflegte. Den frühen Abend verbrachten wir dann beim Heurigen in Gumboldskirchen, wo wir dann auch ein Unwetter erleben durften, das nicht nur die Stromzufuhr eine Weile außer Gefecht setzte, und damit die ganze Versorgung, sondern auch die Hitze ein wenig einbremste.

Wien um 1900 mit dem Jugendstil, der Karlsplatz und die Karlskirche waren am letzten Urlaubstag unsere Reiseziele. Am Abend feierten wir unseren Abendmahlsgottesdienst und genossen anschließend das festliche Abendessen des Drei-Sterne-Koches des Pallottihauses. Pfarrer Krammes bedankte sich beim Hausherrn, Pater Alfred, sehr herzlich für die gute Bewirtung und Versorgung und bei unserem Fahrer Richard Pabst für die sichere Fahrt. Wir Teilnehmer und Teilnehmerinnen dankten Herrn Krammes herzlich für dessen Mühen und Vorbereitungen. Der Tag klang stimmungsvoll aus mit einem Liederabend, bei dem Pater Alfred die Gitarre erklingen ließ. Die altvertrauten Volkslieder begleiteten wir lautstark.

Die Heimreise dauerte wieder entsprechend lange, aber es gab kein Murren, saßen wir doch im klimatisierten Bus. Fazit: Die Gemeindefahrt war ein gelungenes Stück Gemeindearbeit mit gottesdienstlichen, kulturellen und menschlichen Begegnungen, die uns alle reicher machten. - Bericht und Fotos: Birgit Lamberti



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