Konfi-Fahrt

Jüdisches Leben in Worms

Die Konfirmanden-Gruppen "2014" aus St. Goar und Vierthäler machten sich am Samstag, dem 19.10.2013 auf, um im mittelalterlichen Worms dem jüdischen Selbstverständnis Jesu näher zu kommen.
Frau Rebecca Brückner von der Evangelischen Regionalstelle hatte uns diese Tour organisiert und uns durch den Tag geführt. Als "gelernte" Judaistin konnte sie uns sogar auch die Fragen beantworten, auf die wir von uns aus gar nicht gekommen wären. Dank der Begleitung durch einige der zur Teilnahme miteingeladenen Konfirmandeneltern verlief die Bahnfahrt mit Umsteigen in Bingen-Stadt und der Gang durch Worms "stressfrei".

Der Weg durch die Stadt wurde uns zur Rückreise durch die Zeit. Das "Reformationsdenkmal" stellte uns die konfessionellen Auseinandersetzungen zwischen Reformator Luther und Kaiser Karl V. auf dem Wormser Reichstag 1521 vor Augen. Im Dom fanden wir dann die Zeugnisse der katholischen Vorgeschichte. Bunte Drachenfiguren machten auf die Ereignisse um die Nibelungen in der Zeit der Völkerwanderung aufmerksam.

Erste Berührung mit der jüdischen Geschichte hatten wir auf dem Friedhof "Heiliger Sand" mit vielen alten Gräbern, die mit ihren Inschriften von einer bewegten Geschichte zeugten.
Sogar durch die folgende Mittagspause in einer Pizzeria erhielten wir Einblicke in jüdisches Leben - Pizza "Salami-Käse" ist eben nicht koscher.



So gestärkt wanderten wir durch die Judengasse zur Synagoge mit Mikwe (Tauchbad) und dem Raschi-Haus, in dem uns Frau Brückner eine umfassende Darstellung jüdischen Lebens im Alltag und an den besonderen Festen vermittelte.
Ein Flair von "Purim"-Stimmung kam auf dem Rückweg auf, als die Konfirmanden die in einer Filiale einer Fast-Food-Kette ausliegenden Papp-Kronen entdeckten und sich damit ausstatteten.
Auch die Rückfahrt verlief entspannt. Die Züge waren zwar fast ausgelastet und auf der Rheinstrecke durch eine größere Gruppe Fußballfans richtig voll. Dies war aber für die anderen Fahrgäste trotzdem kein Problem, weil genügend Bundespolizei im Zug war, die den "heimkehrenden Fußballern mit Rat und Tat bei korrektem Zugfahren" zur Seite stand.
Insgesamt war die Worms-Tour ein eindrückliches Erlebnis, das uns einen Einblick nicht nur in das jüdische Selbstverständnis Jesu, sondern auch in einen Teil unserer mittelalterlichen Geschichte eröffnet hat, an dem man sonst unbedacht vorübergeht.
Für die Mithilfe aller, die zum guten Gelingen dieser Tour mit beigetragen haben, bedanke ich mich herzlich. - Pfr. Hans-Dieter Brenner



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