AUF LUTHERS SPUREN

durch Mitteldeutschland

Das war das Motto, unter dem die Evangelische Kirchengemeinde St. Goar vom 4. bis 10. August 2014 unter der Leitung von Pfr. Wolfgang Krammes eine Fahrt zu den bekanntesten Lutherstätten in Mitteldeutschland veranstaltete.

Erstes Ziel war Eisenach mit der Wartburg. Hier verbrachte Martin Luther nach seinem Auftritt auf dem Reichstag zu Worms einige Monate und begann mit der Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache.

Im 13. Jahrhundert war die Wartburg Heimat der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Der 0rt ist also kulturgeschichtlich ein Kleinod. Weiter ging es nach Erfurt, der Landeshauptstadt von Thüringen. Hier trat Luther im Jahre 1505 in das Augustinereremiten-Kloster ein, nachdem er der Legende nach ein heftiges Gewitter überlebt und der Heiligen Anna das Gelübde abgelegt hatte, Priester zu werden. Im Mariendom wurde er zum Priester geweiht. Heute ist Erfurt eine moderne, lebendige Stadt, in der Geschichte und Gegenwart eine äußerst fruchtbare Symbiose eingehen.

Die nächste Station der Spurensuche waren die UNESC0-Welterbestätten in Eisleben. Hier wurde Luther 1483 geboren, in der Andreaskirche predigte er vor seinem Tod zum letzten Mal und starb dort 1546. Früher war Eisleben dank des Kupferbergbaus eine blühende Kleinstadt. Heute wirkt der Ort eher vernachlässigt, hauptsächlich die Erinnerung an Luther hält ihn lebendig.

Höhepunkt der Reise bildete natürlich Wittenberg, die wohl wichtigste Station im Leben des Reformators. Hier lebte und arbeitete er im Kreise seiner Studenten und Freunde, einer von ihnen Melanchthon. Hier schrieb Luther seine Lieder, Bibelauslegungen und Disputschriften. Hier lehrte er an der Universität, und hier soll er im Jahre 1517 seine berühmten 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche genagelt haben. Geschichtlich belegt ist dieser Vorgang nicht, aber er markiert bis heute den Beginn und Ausgangspunkt der Reformation.

Neben den Lutherstätten ist natürlich Weimar - die Goethe- und Schillerstadt - ein Tourismus­magnet im Raum Thüringen-Sachsen. Die beiden "Dichterfürsten" stehen vereint als Denkmal vor dem "Deutschen National-Theater". Die Stadt beherbergt aber auch die "Anna-Amalia-Bibliothek", ein Stadtschloss, das Goetheinstitut, die Bauhaus-Universität, die Musikhochschule, dazu weitere Museen und klassizistische Gebäude, die alle ins UNESC0-Welterbe aufgenommen wurden. So muss man Weimar nicht nur als kulturgeschichtliches Zentrum Deutschlands sondern ganz Europas sehen.

Zusammenfassend: Für alle Teilnehmer war diese Reise ein Erlebnis und eine Bereicherung. - Jutta Gürth-Ehrhardt