Unterstützung

im ökumenischen AK Flüchtlingshilfe

Der ökumenische Arbeitskreis Flüchtlingshilfe St. Goar-Oberwesel trifft sich regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen, über Entwicklungen zu berichten und die nächsten Schritte zu besprechen. Erfreulicherweise konnte so z. B. der Sprachunterricht an zwei Standorten realisiert werden. Ebenso wurden Fahrdienste organisiert und neue Paten gewonnen. Bei allem gilt: Je mehr Menschen sich beteiligen, umso geringer ist die Belastung für den Einzelnen.

Daneben werden Probleme besprochen. Aus diesem Grund hielt Dr. Krill aus St. Goar beim letzten Treffen einen Vortrag über Traumata. Man war sich danach einig, dass manches „Ereignis“ plötzlich in einem anderen Licht erscheint. Wir wissen nie genau, was die Menschen auf ihrer Flucht erlebt haben. Die Bedeutung von geregelter Arbeit, einer sinnvollen Freizeitgestaltung und der Möglichkeit eines Rückzugsortes wurden thematisiert. Es gibt kein Patentrezept außer: Langsam Vertrauen aufbauen. Eine eventuell notwendige Behandlung muss Fachleuten überlassen bleiben.

Dr. Krill schilderte in seinem Vortrag Ereignisse, die zu einem Trauma führen können und untermauerte diese mit Zahlen. Bis zu 40% der Asylbewerber leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Die Beschwerden können auch Jahre später noch einsetzen und wirken sich auf alle relevanten Lebensbereiche aus. Die Mehrzahl der Flüchtlinge stammt aus aktuellen Kriegs- und Konfliktgebieten mit verschiedenen traumatischen Erfahrungen wie Krieg, Vertreibung, Haft, Todesdrohung, Mord, Vergewaltigung, Lebensgefahr, Gewalt auf der Flucht. Aber auch Übergriffe in Deutschland und eigene Täterschaft sind nicht auszuschließen.

Die Informationen über die Folgen von traumatischem Stress helfen dem Arbeitskreis bei seinen Überlegungen, wie man den einzelnen Flüchtlingen beim Einleben helfen kann. Das kann bedeuten, einen Rückzugsort anzubieten oder zu helfen, eine klare Tagesstruktur mit Aktivitäten wie Arbeit und Sport aufzubauen. Für die Paten gilt, einschätzbar und zuverlässig zu sein, Sicherheit und Ruhe zu vermitteln und immer wieder das eigene Handeln zu erklären.

Wer den Arbeitskreis mit Spenden unterstützen will, kann dies über folgende Konten tun: Kirchengemeindeverband Oberwesel, IBAN DE59 5605 1790 0011 2464 69 oder Ev. Kirchengemeinde St. Goar, IBAN DE02 5605 1790 0000 0018 00 - Verwendungszweck jeweils: Flüchtlingsarbeit. Erreichbar ist er unter oekum-akf-stg-ow@gmx.de und 06741/358 - (R. Kroll).



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