Gemeindefahrt 2016

Berlin ist eine Reise wert

Das dachten sich 33 Teilnehmer an unserer diesjährigen Gemeindefahrt, die uns vom 23. bis 28. Mai 2016 in die Bundeshauptstadt Berlin führte. Unter der Reiseleitung von Pfarrer Wolfgang Krammes und der sicheren Fahrt mit dem heimischen Busunternehmen Vogt erlebten wir einige aufregende Tage in Berlin. Vom Hotel "Sylter Hof" aus, das in der Nähe des Ku'dammes gelegen ist, statteten wir zunächst der Ev. Marienkirche in Berlin-Mitte einen Besuch ab und erfuhren von deren Standhaftigkeit in Zeiten der deutschen Teilung. Trotz Abrissplänen der DDR blieb die evangelische Kirche erhalten, wurde restauriert und ist auch der Sitz des Bischofs der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche. Dieses Amt übt zur Zeit unser ehemaliger Superintendent Markus Dröge aus. Die Gemeinde hat rund 3.000 Gemeindemitglieder. Pfr. Gregor Hoberg berichtete uns über die Gemeindearbeit, die auch in Form von Projektarbeit mit Suppenküche, Turmprojekt , Flüchtlingsarbeit stattfindet, in denen sich viele Ehrenamtliche engagieren. Ein wichtiges beispielgebendes Projekt ist das "House of One". Hier verbinden sich die unterschiedlichen Religionen zu einer Friedensarbeit, und die Gemeinde ermöglicht es, dass alle ihren Glauben in ein und derselben Kirche leben dürfen. Es ist ein Raum der Begegnung zwischen Muslimen, Juden und Christen und verfolgt das Ziel der friedlichen Koexistenz unter Respekt der verschiedenen Glaubensvorstellungen. Dieses Projekt hat schon viele Nachahmer gefunden. Mehrere künstlerische Projekte von Flüchtlingen konnten wir ebenfalls in der Kirche sehen.

Im Anschluss an die Besichtigung der Marienkirche durften wir den Berliner Dom besichtigen, der uns mit seiner Pracht ebenfalls beeindruckte und der ein großer Anziehungspunkt in Berlin-Mitte ist.

Ganz ungewöhnlich war für unsere Gruppe der exklusive Zugang und die Besichtigung des Rohbaues des neuen Berliner Schlosses unter Führung der Bauleitung. Über das Pro und Contra des Sinnes darüber, ein neues Schloss auf dem Areal des alten, nach Plänen des früheren Berliner Schlosses, zu errichten, wurde in der Gruppe kontrovers diskutiert. Anhand der Geschichte der privaten Initiative zur Wiedererrichtung bis zur Umsetzung der Basiswünsche war es ein langer Weg, der 2019 am Ziel sein soll. Der ca. 600 Millionen teure Wiederaufbau des Schlosses wird überwiegend durch Spenden finanziert, und hier werden viele kulturelle Chancen neu ergriffen und sollen der Berliner Bevölkerung sowie den zahlreichen ausländischen Besuchern zentral etwas bis dahin "nie da Gewesenes" in der gesellschaftlichen Nutzung bieten. Unter anderem sollen Staatsgeschenke ausgestellt, die Humboldtsamm­lung zusammengeführt, Sammlungen anderer Kulturgüter, für die bisher kein Platz zur Verfügung steht, ausgestellt werden. Dies wird sicher ein zukünftiges Berliner Reiseziel darstellen.

Mit den Programmpunkten "Besuch des Bundestages und des Bundeskanzleramtes" war es uns möglich, in das politische Berlin zu blicken. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Bleser konnten wir den Plenarsaal und die Kuppel des Bundestages besichtigen und am Nachmittag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auch den Amtssitz der Bundeskanzlerin in Augenschein nehmen und so erfahren, wie es im Zentrum der Macht abläuft.

Neben den staatsbürgerlichen Erfahrungen und dem gemeinsamen morgendlichen Innehalten in einer kurzen Andacht war viel Raum für kulturelle und individuelle Erfahrungen, so dass die Teilnehmer sich selbst ihr Programm an einem freien Tag gestalten konnten. Diese Zeit wurde genutzt, um die Museumsinsel zu erkunden, die Siegessäule zu besteigen, das Brandenburger Tor zu durchschreiten, Einkäufe zu tätigen oder Berliner Bekannte zu treffen. Auch viele Musikinteressierte genossen es, das Konzert in der Berliner Philharmonie zu verfolgen. Mehr als 80 Musikerinnen und Musiker auf der von allen Seiten einsehbaren Konzertbühne boten uns ein unvergessliches Konzert.

Den vorletzten Tag nutzten wir zur Besichtigung des Potsdamer Schlosses Sansoucci und der Stadt Potsdam.

Die Reise hinterließ nach diesen harmonischen Tagen einen bleibenden Eindruck bei uns allen und wir freuen uns schon auf die nächste Gemeindefahrt mit Pfarrer Krammes, der wie immer ein sachkundiger und fröhlicher Reiseleiter war. - (Birgit Lamberti)



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