Diakonie in unserer Gemeinde

Vorort-Arbeit

Diskussion im Presbyterium

In unserer aktuellen gesellschaftlichen Situation zeigt sich immer wieder, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen auf Hilfe angewiesen sind. Deshalb hat sich unser Presbyterium in den letzten Sitzungen ausführlich mit dem Thema Diakonie beschäftigt und gefragt, wo Verbesserungen nötig und möglich sind.

Bereits im Alten Testament spielt die Fürsorge für Witwen, Waisen und Fremdlinge eine große Rolle. Immer wieder beklagen die Propheten, dass diese Gebote Gottes nicht beachtet werden. Sie sehen darin eine Entfernung von Gott und Verrat am Glauben. Im Neuen Testament wird der diakonische Auftrag für Jesu Jünger mit dem Gebot der Nächstenliebe angesprochen. Weithin bekannt ist auch die Geschichte vom barmherzigen Samariter, mit der Jesus zur aktiven Hilfe für Notleidende auffordert. So spielen Diakone in der jungen Gemeinde neben den Aposteln eine wichtige Rolle.

In der jüngeren Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde St. Goar hatte die Gemeindeschwester, wie in vielen anderen Gemeinden, eine wichtige Aufgabe. Sie kümmerte sich um die Menschen, die Hilfe benötigten. Damit war die kirchliche Gemeinde eine wichtige Stütze für Kranke, Alte und einsame Menschen.

Inzwischen werden diese Aufgaben teilweise durch den ASD (allgemeiner sozialer Dienst) des diakonischen Werkes in unserem Kirchenkreis Koblenz geleistet. So ist die Hilfe für Menschen, die Unterstützung brauchen, auch heute eine wichtige Säule in der Arbeit unserer Kirche. Deshalb muss sie unbedingt erhalten bzw. nach Möglichkeit noch ausgebaut werden. Sie kann nicht nur dem Diktat der Refinanzierung folgen. Diakonische Tätigkeit soll als wesentliches Merkmal der Evangelischen Kirche öffentlich erkennbar bleiben. Wobei wir natürlich auch offen und dankbar für die Hilfsangebote der Caritas unserer katholischen Schwestern und Brüder sind.

Es wurde deutlich, dass Probleme nicht nur bei uns, sondern am ganzen Mittelrhein bestehen. Aus diesem Grund haben Gespräche mit der Gemeinde in Bacharach stattgefunden. Das Presbyterium St. Goar stimmt mit der benachbarten Vierthälergemeinde darin überein, dass es notwendig ist, in unseren Gemeinden mit wöchentlichen Diakonie-Sprechstunden unseren Gemeindegliedern ein niederschwelliges Angebot für Menschen mit Problemen zu bieten. Dies gewährleistet in sozialen Fragen eine sachkundige Unterstützung. Diakonie der Kirche fragt nicht danach, was es uns als Kirche bringt, sondern geht auf die Menschen zu und hilft denen, die sich selbst nicht helfen können und denen sonst keiner hilft.

Das Presbyterium sieht die Notwendigkeit, eine Neuorientierung der Diakonischen Arbeit im Kirchenkreis anzugehen Es sieht die zuständigen Gremien wie Kreissynodalvorstand, Kreisdiakonieausschuss und Kreissynode gefordert und ist der Meinung, dass die Diskussion jetzt kirchenkreisweit geführt werden sollte. - (RKr)



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