Dachsanierung Stiftskirche

Stand der Bauarbeiten im Juni 2017

Bauabschnitt - Hauptschiff & Treppentürme

Zimmer- und Dachdeckerarbeiten: Holzbau Wagner - Braubach: Die Reparaturarbeiten an der Nordseite des Hauptschiffsdaches, an den beiden Seitenschiffdächern und den beiden Treppentürmen rechts und links des Westturms sind abgeschlossen. // Im Einvernehmen mit den Vertretern des NABU wurde der Dachraum über dem Hauptschiff durch Einbau einer Schottwand von der Dachspitze ab nach unten senkrecht in einen südlichen und nördlichen Bereich geteilt. Zusätzliche Kopfabsperrungen gestatten den Fledermäusen nur den Besatz des südlichen Teils. Damit soll erreicht werden, dass die Schiefereindeckung der nördlichen Seitenfläche des Hauptschiffsdaches ab ca. Mitte/Ende Juli 2017 - wenn die Fledermausjungen, die im Juni geboren wurden, „aus dem Gröbsten raus sind“ - ausgeführt werden kann. // Die Reparaturarbeiten an der Südseite des Hauptschiffsdaches sind zu 70% fertiggestellt, mussten aber wegen des Fledermausbesatzes ab Mitte April eingestellt werden; Weiterarbeit an den Traufpunkten ab ca. Mitte/Ende Juli 2017; auf der restlichen Dachfläche erst nach Abzug der Fledermäuse in ihre Winterquartiere ab Ende September/Anfang Oktober 2017.

Dachdeckungsarbeiten: Pies - Dommershausen: Eindeckung der Dachflächen der beiden Treppentürme ab Anfang Juli // Ausführung der Schiefer­eindeckung der nördlichen Seitenfläche des Hauptschiffsdaches ab ca. Mitte/Ende Juli 2017 // Wann die Eindeckung der südlichen Dachflächen des Hauptschiffes erfolgen kann, ist derzeit unklar, da noch nicht feststeht, ob und bis wann die erst ab Ende September/Anfang Oktober 2017 ausführbaren Zimmerleistungen im Hinblick auf die Arbeiten in den Wintermonaten abgeschlossen werden können. Ggf. kann erst im kommenden Frühjahr die Schiefereindeckung der Südseite des Hauptschiffes erfolgen.

Natursteinarbeiten: Brahm - Oberwesel: Die Reparaturen an den Strebepfeilerabdeckungen, den Sohlbänken der Maßwerkfenster und der Horizontalgesimse wurden auf beiden Hauptschiffsseiten ausgeführt.

Putzarbeiten: Klamser - Vallendar: Die Putzreparaturen an Wandflächen, im erdnahen Sockelbereich an beiden Hauptschiffsseiten stehen kurz vor ihrem Abschluss. // Die westlichen Kopfseitenflächen des Hauptschiffes wurden komplett neu verputzt.

Malerarbeiten: Gorgus - St. Goar: An der Nordseite des Hauptschiffes wurden die Vorarbeiten für den Neuanstrich ausgeführt; Schlussanstrich erst im August/September 2017 nach Abschluss der Schiefereindeckungen.

Kunstschmiedearbeiten: Jenal - Schmelz - Das historische Kreuz auf dem Hauptschiffsdach wur­de demontiert und in die Kunstschmiedewerkstatt Saar zu dortigen Restaurierung verbracht.


Bauabschnitt - Anteil Westturm

Die Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten im Westturm, die aus finanztechnischen Gründen im 2. Bauabschnitt "Chor und Flankentürme" beinhaltet waren, wurden wegen der Erschließungslogistik von den jetzt bereits vorgehaltenen Baustelleneinrichtungen nach Gestattung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns in Angriff genommen.Ausgeführt wurden Maßnahmen zur statischen Ertüchtigung und Beseitigung von sonstigen bekannten Defiziten: dem Einbau von zwei äußeren Blitzableitern von der Turmspitze bis in die Höhe der Turmumgangs durch Seilkletterer // der Teil­außeneinrüstung des Westturmes zur Herstellung von waagerechten Kernbohrungen in Höhe der unteren von außen sichtbaren Stahlspannanker // dem Einbau von Stahlzugankern als Ersatz für die durch Feuchtigkeit und Schädlingsbefall zerstörten Holzringbalken // dem Einbau von inneren Holzgerüsten zur Erreichbarkeit der Traufpunkte der Turmdachkonstruktion zu geplanten statischen Ertüchtigung der Holzunterzüge unter der Basisholzkonstruktion des Turmdaches.

Die durch die eingebauten Innengerüste gegebene händische und optische Erreichbarkeit der gesamten Holzkonstruktion der Turmtraufen brachte ein erschütterndes Ergebnis: Der gesamte tragende Holzunterbau, auf dem die 8-Eck-Dachkonstruktion des Turmhelmes aufgeständert ist, um dessen Lasten auf das Mauerwerk des quadratischen Turmschaftes zu übertragen, ist durch Regenundichtigkeiten aus früheren Zeiten, gefolgt von tierischem Schädlingsbefall so stark geschädigt, dass ein akuter Standfestigkeitsverlust besteht, der ein sofortiges Handeln erfordert. // Eine Notabstützung der Konstruktion auf den darunter liegenden Glockenstuhl ist nicht möglich, da auch dessen Hölzer sowie die unter dem Glockenstuhl eingebauten Tragkonstruktionen aus Holz ebenfalls aus Gründen wie vor ihrer Tragfähigkeit reduziert sind, die ein Läuten der Glocken im jetzigen Zustand nicht mehr gestatten.

Dies schafft uns neue, unvorhersehbare Probleme. Derzeit erarbeitet das Architekturbüro gemeinsam mit den beteiligten Fachingenieuren und den beauftragten Fachfirmen ein Konzept, welches eine schnelle Mängelbeseitigung unter Nutzung des vorhandenen Baustellenequipments ermöglicht und wenn man so sagen kann, auch noch „kostengünstig“ ist.

Eine Aufstockung der zur Verfügung stehenden Finanzmittel wird erforderlich sein, entsprechende Möglichkeiten zur Bereitstellung sind derzeit noch nicht geklärt.

hans-joachim becker, becker + arnold architekten-partnerschaft



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