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Die Holzfelder Kirche

Maßnahmen zur Instandhaltung
in der Nachkriegszeit bis zur Jahrtausendwende.

In der Zeit des 2. Weltkrieges und den vom Mangel geprägten Nachkriegsjahren musste die Unterhaltung der Gebäudesubstanz und der Ausstattung der Holzfelder Kirche auf das Nötigste beschränkt werden. Natürlich wurden im Lauf der Zeit verschiedene Renovierungen nötig. In den letzten 50 Jahren hat man viel getan, um unsere Kirche zu erhalten und zu modernisieren.

In einem Projekt Mitte der 60er Jahre wurde der Innenraum neu gestaltet. Den roten Rohsteinboden deckte man mit Parkett ab. Die Holzbänke wurden ausgetauscht gegen Stühle. Die Kanzel wurde erneuert und die Empore vertäfelt. Farblich passte man sich dabei dem Altar an. Man benutzte den hellen Holzton „Limba“ und schaffte so ein einheitliches und freundliches Innenbild der Kirche. Die alten Kohleöfen wurden ausgetauscht gegen neue, saubere Elektroöfen.

Auch der Dachstuhl des Glockenturms bedurfte einer Erneuerung. Es wurde eine Betondecke aufgebracht, auf die dann der neue Glockenstuhl aufgesetzt wurde. Die schon über 130 Jahre alten Glocken wurden durch neue ersetzt.

Im Zuge dieser Innenrenovierung wurde die nicht mehr betriebsbereite und nicht restaurierbare alte Orgel ausgebaut. Diese war 1856 von den Gebrüdern Weil (Neuwied) gebaut und zuletzt 1912 renoviert worden. Bis eine neue Orgel bereitgestellt werden konnte, wurde der Gemeindegesang auf einem Harmonium begleitet. Dieses Instrument war aus der Krypta der St. Goarer Stiftskirche übrig, als dort ein neueres Gerät bereitgestellt wurde.

1972 wurde in Holzfeld eine neue Orgel aufgestellt. Da die Kirchengemeinde zunächst nicht über die erforderlichen Finanzmittel verfügte, wurde die Orgel als "Leihgerät" durch die Landeskirche zu einem monatlichen Mietzins von DM 40,- zur Verfügung gesellt. Die angekündigte Mietzinserhöhung auf DM 60,- zum 01.01.1977 veranlasste die Gemeinde zum Erwerb des Instrumentes zu einem Preis von DM 10.000,-.

Die Orgel wurde von der Fa. Walker, Ludwigsburg, Opus 1964 gebaut - Zulieferanten waren Aug. Laukhuff und Otto Heuss. Die Disposition ist: Gedackt 8' / Rohrflöte 4' / Principal 2' / Mixtur 1' 3-fach (Angaben Chr. Gerhadt & Söhne, Boppard, 09.05.2005).

Bei einer Außenrenovierung in den Jahren 1971/72 wurde die Kirche komplett neu verputzt und gestrichen. Ein kleiner Rundweg um die Kirche wurde angelegt und mit Verbundpflaster befestigt.

Außerdem wurde in den Glockenturm eine Außentür eingebaut. Dieser Umbau wurde später jedoch rückgängig gemacht und der Originalzustand wieder hergestellt.

Im Jahre 1975 wurde das Geläut dem technischen Standard angepasst. Die bisher mühevoll über zwei Seilzüge betriebene Glocke konnte durch den Einbau einer elektrischen Anlage nun per Knopfdruck bedient werden. Die Öfen wurden mit einer Zeitschaltuhr verbunden und mussten dann nicht mehr per Hand eingeschaltet werden.

Ende der 80er Jahre frischte man den Anstrich der Innenwände auf. Dabei wurde einer der Elektroöfen durch einen modernen ersetzt, denn er war nicht mehr zu reparieren.

1997 konnte durch eine Spende ein "Altargedeck" bestehend aus Kerzenständern, Blumenvasen und Unterlegplatten für das Abendmahlsgerät angeschafft werden.

Es entstand eine Initiative zur Neugestaltung der Kirchenfenster, die aus Kostengründen jedoch nicht weiter verfolgt wurde.

Der Balkon wurde um die Jahrtausendwende renoviert. Der Versuch, die ursprüngliche Farbgestaltung der Emporenbrüstung wieder herzustellen ist gescheitert, da bei der Innenrenovierung in den 60er Jahren nicht genügend Originalsubstanz unter der Vertäfelung erhalten geblieben war. Eine Restaurierung war nicht möglich. Deshalb strich man die Empore nur neu an in einem hellen, dem Gesamtbild der Kirche angemessenen Ton. Die vertäfelte Holzdecke unter der Balustrade wurde tapeziert und ebenfalls gestrichen.

Die hellere Farbgestaltung verleiht der kleinen Kirche nun eine freundliche Ausstrahlung.

Im Zuge der Einführung des neuen Gesangbuches (EG-1996) wurden 25 neue Gesangbücher und ein dazu passender Ständer angeschafft.

Durch Kollekten und Spenden konnte 2005 der Gesangbuchbestand um 5 weitere Gesangbücher ergänzt und an der Orgel eine Generalüberholung durchgeführt werden.

Svenja Bersch, Holzfeld im Januar 2006


Quellen : Interviews im Ort und Archiv-Unterlagen der Evangelischen Kirchengemeinde St.Goar



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