Umbruch in Holzfeld

Die Entwicklung in der Zeit
zwischen den
Renovierungsmaßnahmen 2006/2009
und der
Bezirkszusammenlegung 2017

Nach der 2006 erfolgten Innenrenovierung ergab sich 2009 auf Grund der Initiative des seinerzeitigen Ortsvorstehers Günter Müller die Möglichkeit, nun auch noch die Außenrenovierung der Holzfelder Kirche durchzuführen.

Durch den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Holzfeld und den vielen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden, mit der ein Helfer-Team aus der Holzfelder Bevölkerung in überkonfessioneller Zusammenarbeit für die Wandreinigung und den Außenanstrich der Kirche einstand, war es der Evangelischen Kirchengemeinde möglich, mit z. T. erheblichen Spenden die noch verbleibenden Finanzmittel für Dachdeckerarbeiten und weiterhin verbleibende Materialkosten bereitzustellen.

Leider blieb der konfessionsübergreifende Arbeitseinsatz für den Betrieb im Alltagsleben der Kirchengemeinden ohne dauerhafte Nachwirkung. Die Gottesdienstpräsenz beider Konfessionen konnte in den folgenden Jahren nicht mehr - so wie erhofft - fortgeführt werden.

Die Gottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinde wurden zunächst auf Drängen von Pfr. Hans-Dieter Brenner in den nächsten Jahren noch monatlich gefeiert; die Katholische Pfarrgemeinde war zu ihren Gottesdiensten nur noch gelegentlich zu Gast, soweit es der gesundheitliche Zustand von Pater Dr. Fritz Köster aus Hirzenach zuließ. Immerhin konnte die evangelische Kirche zunächst auch weiterhin für Amtshandlungen und Trauerfeiern der katholischen Einwohner im Ort genutzt werden.

Zum Weihnachtsfest 2010 fanden sich Ute Müller und Tonja Becker mit der Unterstützung einiger Eltern zu einem Krippenspielkreis zusammen, der ab dann wieder die Vorbereitung und Durchführung von Krippenspielen in den Heiligabend-Gottesdiensten organisierte, an dem auch ganz selbstverständlich katholische Kinder beteiligt waren.

Einen weiteren ökumenischen Akzent setzte der Holzfelder Musikverein, als an der Kirmes 2011 das 40-jährige Jubiläum gefeiert wurde. Mit einem gemeinsamen Gottesdienst auf dem Festplatz am Dorfgemeinschaftshaus wurde eine "Tradition" eröffnet, die in den folgenden Jahren mit Pfr. Hans-Dieter Brenner und zunächst gemeinsam mit Pater Dr. Fritz Köster und in dessen Nachfolge dann mit Diakon Bernd Hammes fortgeführt wurde.

Trotz aller Engagement-Bereitschaft nagt aber nun immer spürbarer auch an Holzfeld "der Zahn der Zeit". Es wird zunehmend erkennbar, dass auch mit der konfessionellen Bündelung der im Ort zur Verfügung stehenden Kräfte bis dahin gewohnte Selbstverständlichkeiten nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Allgemein gesellschaftliche Veränderungen, die im Arbeitsmarkt nicht nur von den Männern, sondern zunehmend auch von den berufstätigen Frauen eine immer größere Flexibilität erfordern, binden immer mehr Potential, das dann letztendlich in der Entfaltung des kirchlichen Lebens vor Ort fehlt.

Immerhin konnte aus dem noch stabil bestehenden Krippenspielkreis mit Ute Müller, geb. Bäumer, aus Werlau und Tonja Becker, geb. Becker, aus Boppard ab 2013 ein Lektorenkreis gebildet werden, der - wie in den anderen Ortsteilen - auch hier in den Gottesdiensten für die Schriftlesung einsteht.

Dennoch ist auch Holzfeld durch die in den zurückliegenden Jahren erkennbar werdenden Einschränkungen von einem in beiden Konfessionen parallel laufenden Umgestaltungsprozess betroffen, weil trotz aller Bemühungen das vorhanden Potential aber nicht ausreicht, den bevorstehenden Generationenumbruch ohne Einschränkungen zu überstehen.

Nachdem Pater Dr. Fritz Köster aus Hirzenach 2014 verstorben war und die katholische Pfarrei in Hirzenach von Boppard aus mitversorgt werden musste, war es nicht mehr möglich, die bis dahin regelmäßig in der Holzfelder Kirche gehaltenen Messfeiern der römisch-katholischen Pfarrgemeinde fortzuführen; auch sollte die Holzfelder Kirche von der katholischen Bevölkerung nach Maßgabe der Bopparder Pfarrei nur noch zu Trauerfeiern in Anspruch genommen werden, in denen keine Messfeier beabsichtigt war.

Mit Erreichen des Ruhestandsalters beendet das Holzfelder Küster-Ehepaar Trepke zum Ende des Kirchenjahres 2016 den Küsterdienst an der Holzfelder Kirche, den Berthold Trepke im Sommer 1998 zunächst nebenamtlich von Klaudia Klenner übernommen hatte, nachdem diese mit ihrer Familie aus dem Ort weggezogen war und ihren bis dahin geleisteten Küsterdienst an der Kirche aufgeben musste.

Ab 2010 führte er die Betreuung der Holzfelder Kirche ehrenamtlich gemeinsam mit seiner Ehefrau Gisela Trepke, geb. Grömke (Tochter des ehemaligen Küsters der St. Goarer Stiftskirche) weiter. Im Zuge der Umstrukturierung durch die Gemeinde-Kooperation mit Boppard hat Berthold Trepke auch dann den Geburtstags-Besuchsdienst in Holzfeld und Rheinbay versehen.

Zwischenzeitlich war Berthold Trepke in verschiedenen Fachausschüssen und im Presbyterium der Kirchengemeinde auch zeitweise als Kirchmeister engagiert. In den letzten Jahren hat er die Kirche noch vollständig von Baumaterialien entrümpelt, die sich im Laufe der Zeit durch die verschiedenen Bau- und Renovierungsmaßnahmen angesammelt hatten, und so die Kirche in einem wohlgeordneten Zustand hinterlassen.

Mit dem dann folgenden Umbruch konnte der bis dahin gewohnte kirchliche Betrieb endgültig nicht mehr fortgeführt werden.

Die Betreuung der noch bis Ostern im Plan stehenden Gottesdienste wurde vom Lektorenkreis übernommen; danach wird die regelmäßige Versorgung mit Gottesdiensten 2017 ausgesetzt.

Schließlich werden in Vorbereitung der Umstrukturierung Pläne entwickelt, die Kirche für Amtshandlungen und besondere Anlässen betriebsbereit zu halten.

Die danach nur noch aus aktuellem Anlass angesetzten Gottesdienste und Amtshandlungen wurden bis auf weiteres ebenfalls vom Lektorenkreis mit Unterstützung durch den Werlauer Küster Hans Becker betreut.

Nach dem Ruhestandsteintritt von Pfr. Hans-Dieter Brenner im August 2017 erfolgt keine Wiederbesetzung der Pfarrstelle im 2. Bezirk der Kirchengemeinde; der Pfarrdienst in der gesamten Evangelischen Kirchengemeinde St. Goar muss nun von nur noch einem Pfarrer versehen werden.

Wie eine Weiterführung der kirchlichen Präsenz in und um die Holzfelder Kirche langfristig gestaltet werden kann, ist derzeit leider nicht erkennbar. - (HDB-2017)



:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::