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Das Evangelische Rheinland

- ein rheinisches Gemeinde- und Pfarrerbuch - im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland herausgegeben von D. Lic. Albert Rosenkranz - 1956 - I. Band : Die Gemeinden, S. 354f



Werlau



Das 1256 zum erstenmal erwähnte Dorf Werlau gehörte zum Bann der Burg Rheinfels, die 1245 durch die Grafen von Katzeneinbogen erbaut wurde. Durch Heirat kam diese Burg 1446 in den Besitz der Landgrafen von Hessen. Die Kirche des Orts wurde am 20. IX. 1347 dem Kapitel St. Castor in Koblenz inkorporiert, die Gemeinde infolgedessen nur durch dürftig bezahlte Leutpriester (Plebane) verwaltet.

Trotzdem ging die Einführung der Reformation 1527 mehr auf Anordnung des Landesherrn (Landgraf Philipp von Hessen) als auf starkes Verlangen der Bevölkerung zurück; immerhin blieben von 300 Einwohnern damals nur 15 kath. Der neuen Gemeinde wurde Holzfeld als Filial zugewiesen, dessen Kirche aus vorreformatorischer Zeit stammt; Gottesdienst findet dort heute alle 14 Tage statt. Der Übergang zum Calvinismus 1605 ging am Werlauer Pfarrer, der sich dem Wechsel fügte, ohne Schaden vorüber. Dafür wurde sein Nachfolger entlassen, als Hessen-Darmstadt 1626 die Niedergrafschaft einnahm und wieder luth. machte. Von da ab blieb der luth. Bekenntnisstand in Werlau erhalten. Welche Verluste der 30jährige Krieg dem Dorfe brachte, ergibt sich aus der Tatsache: 1618 umfaßte Werlau 45 Häuser, 1667 nur noch 27. Infolge eines Gewitters brannte der Ort samt Kirche und Pfarrhaus am 4. VIII. 1688 ab. Da das Stift St. Goar sich sträubte, eine Beihilfe zum Neubau zu geben, mußte der Gottesdienst Jahre lang unter freiem Himmel abgehalten werden. Hinzu kamen die Drangsale, die 1692 mit der französischen Belagerung der Burg Rhe'infels für die Bevölkerung verbunden waren. Endlich wurden 1698 Kirche und Pfarrhaus fertig, allerdings nur in bescheidener Ausführung. 1766 wurde ein Turm an die Kirche angebaut und eine zweite Glocke beschafft. Die Franzosenzeit nach 1793 brachte neue Not. 1803—07 konnte die Pfarrei nur durch Vikare verwaltet werden. 1817 trat die Gemeinde, die nur zu einem Achtel ref. war, der Union bei.1831 wurde das heutige Pfarrhaus gebaut. Seit 1862 arbeiteten Boten des Elberfelder Brüdervereins in der Gemeinde; der Kreis, der sich um diese Versammlungen bildete, baute hierfür 1892 einen schlichten Betsaal. 1875 gelang in Holzfeld die Errichtung einer ev. Schule. In Werlau besteht sie seit der Reformation; ihr Lehrer wurde unter hessischer Verwaltung durch den Inspektor von St. Goar ernannt, dem Gemeinde und Pfarrer von Werlau zwei Bewerber vorschlugen. Die alte Kirche, einst dem hl. Georg geweiht, wurde am 17. IV. 1906 abgebrochen, die neue am 4. XII. 1907 eingeweiht und wieder Georgskirche genannt.

W Over, Gesch. der Gemeinde Werlau, 1907.

Verzeichnis der Werlauer Pfarrer:

1533 - H Sprengel - 1560

1560 - Ga Juncker - 1594

1594 - Js Gryphius - 1625

1625 - Ph Intzelius - 1627

1627 - Pl Langius - 1636

1636 - JN Breidenbach - 1670

1670 - Cf Werner -1696

1696 - JH Ebenau - 1723

1723 - GgAn Ebenau - 1730

1730 - JMis Wagner - 1773

1773 - JCnGg Wagner - 1803

1803 - VAKANT

1807 - Kcn Wagner - 1855

1855 - KA Pfender - 1867

1867 - FAnAu Günther - 1898

1898 - WHn Over - 1912

1912 - FW Zeiler - 1914

1914 - Rf Spicker - 1920

1920 - EmEd Königs - 1930

1930 - TtHoOr Börner - 1938

1938 - HArtHo Börner - 1971.

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1971 - VAKANT

1973 - L Kiss - 1979

1979 - VAKANT

1981 - Frau S Kocks - 1982

1982 - VAKANT

1983 - H-D Brenner

2017 - mit dem Ruhestandseintritt von Pfr. Brenner wird die Pfarrstelle nicht wieder besetzt, sondern von St. Goar aus mitversorgt.

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* Angaben ergänzt : Pfr. H-D Brenner, 01.09.2017



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